Ausstellung: 30.6. bis  28.9.2019  "Bewusstsein und Raum" Marianne Kraft Malerei und Thangkas aus dem Tibet Kailash Haus

Mittwoch 17.Juli 2019 19.00 Uhr Klangraum und Bewusstsein: Buddhistisches Ritual mit dem tibetischen Mönch Lama Tendar und Wilfried Pfeffer: Bewusstsein - Wiedergeburt - Nachhaltigkeit

Mittwoch 18.Sept. 2019 19.00 Uhr Bewusstsein und Evolution unseres Sonnensystems

Mittwoch 25. Sept. 2019 19.00 Uhr Klangschalenkonzert



 „Raum und Bewusstsein“ - Marianne Kraft – Malerei

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Freunde und Freundinnen der Galerie,

ich freue mich Sie heute hier an diesem strahlenden Sonntag begrüßen zu dürfen und  dass Sie unserer Einladung, trotz der sommerlichen Hitze gefolgt sind. Ich möchte  - bevor ich an Winfried Pfeffer vom Tibet Kailash Haus in Freiburg für seinen Vortrag  – abgebe, besonders unsere Künstlerin Marianne Kraft begrüßen und sie Ihnen kurz vorstellen.

Marianne Kraft, aus Ludwigsburg stammend, absolvierte ihr Kunststudium an der Akademie der Künste in Berlin und anschließend an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste in Stuttgart. Zwischenzeitlich war sie ein Jahr bei Paul Eliasberg, einem Schüler Paul Klees.

In Stuttgart war Hannes Neuner, ein Bauhaus-Schüler, ihr Professor.

Mittlerweile lebt die Künstlerin seit vielen Jahren in Frankreich, eine Weile in Paris und nun im Elsass.
 
Die künstlerische Entwicklung von Marianne Kraft ging vom reinen Zeichnen, häufig Kohlezeichnungen, aus. Als sie für die Aufnahmeprüfung in Stuttgart arbeitete, entdeckte sie für sich zunehmend eine intuitive Arbeitsweise, weg von der äußeren Darstellung. Ihr Ziel war es das innere Leben und Fühlen sichtbar zu machen.

Dies war keine einfache Entwicklung für sie, da sie immer wieder an sich zweifelte und meinte so arbeiten zu müssen, wie sie es bei ihrem Umfeld, besonders an der Hochschule, wahrnahm.

Sie experimentierte in den Folgejahren viel, hat viele verschiedene Techniken und Stile angewandt – verschiedene künstlerische Ausdrücke probiert.

Mit ihren Zeichnungen war sie sehr erfolgreich, ihr wurde ein großes Talent zugesprochen und sie hatte viele Ausstellungen. Gleichzeitig fühlte sie allerdings, dass dies nicht ihr Weg war.
Eine Aussage von Hannes Neuner „... es muss mit Herzblut entstanden sein... „ traf bei ihr einen Nerv, entsprach sie doch genau ihrem Gefühl für ihren eigenen Weg, den sie gehen wollte.

Zur Malerei hatte sie zu Beginn ihrer Stuttgarter Zeit noch keinen Bezug, die Malerei mit der reinen Ölfarbe erfüllte sie nicht, sie mochte sie nicht, fand sie langweilig. Erst als ein Studienkollege ihr drei Töpfe mit Pigmenten schenkte und sie anregte, ihre Ölfarben selbst anzurühren, entstand - während der Herstellung der pastosen Farbe - ein Prozess, der in ihr eine Lust auf das selbst erstellte Farbmedium erzeugte. Auf einmal war sie nach ca. 10 Jahren frei für ihren Weg zur Malerei.

Während der Zeit an der Stuttgarter Akademie, beschäftigte sie sich stark mit historischen Zeichenmethoden und den  Arbeiten von  Leonardo de Vinci, Hieronymus Bosch  und  Paolo Veronese.
Sie stellte fest, dass bei aller technischen Perfektion und großer Begabung, es zwischen den Schülern und diesen drei Künstlern es doch einen Unterschied ausmachte, ob das Werk vom noch so begabten Schüler oder einem der drei hervorragenden Meister erschaffen wurde.

Sie entdeckte, dass es nicht nur die technische Perfektion und Begabung, sondern auch eine, dem Künstler innewohnende außergewöhnliche Energie war, die in deren Arbeiten weiter lebte und bei den Schülerarbeiten fehlte.

Marianne Kraft war von diesen energiegeladenen Arbeiten so sehr beeindruckt, dass sie für sich bemerkte, dass sie eigentlich auch auf der Suche nach dieser freien schöpferischen Kraft war. Eine schöpferische Kraft, die nicht nur aus dem Kopf oder dem Gefühl allein ein Bild bestimmte. Sie suchte einen Weg, der Geist und Gefühl zu einer Einheit in einem Werk führte.

Es ging ihr nur noch um das Weitermalen und darum ihre Suche weiterzuführen. Sie wollte in einer inneren Wahrheit arbeiten, damit die innere Wahrheit ihren Ausdruck finden konnte, eine innere Meisterschaft über sich selbst und ihre Möglichkeiten finden.

Ihr sehr großes Können, ihre Fertigkeiten und ihr Wissen empfand sie dabei eher hinderlich als förderlich, weil sie den Weg für das verfehlten, was sie zum Ausdruck bringen wollte.

Nach ihrem Weg, der viele Jahre dauerte, ist sie sich nun ihres Selbst bzw. ihrer Art zu arbeiten sicher, mit den Ergebnissen, die sie hier sehen und die einem Prozess entstammen, der 2017 begann.

Die Bilder von Marianne Kraft sind - durch ihre Beherrschung von Ölpigmenten und Lack - von einer bestechenden Qualität und Aussage.
Es geht ihr bei dieser Arbeit nicht mehr darum, beschreibbare Gegenstände darzustellen, sondern vor allem darum die Schwingungen des Lichts aufzunehmen und ihr unermüdliches Bestreben, dies darzustellen.
Es ist ihre Erkenntnis, dass alles Schwingung ist, Materie und Licht sind nur zwei Erscheinungsformen des Gleichen.

Ihre Arbeiten sind rational nicht beschreibbar. Man muss sie sehen und die Lichtschwingungen, die sie ausstrahlen - vielleicht auch nur emotional - erfassen. Ihre Kunst ist unaussprechbar, man muss sie sehen, davor stehen und hören, was sie sagt. Der Betrachtende muss sich mit ihren Bildern konfrontieren, in den schöpferischen Prozess mit eingehen.

Bilder wollen aus Sicht von Marianne Kraft gesehen werden, fangen erst dann an zu leben – für sie findet beim Betrachten eine Kommunikation von einer Seele zur anderen statt, die die Energie der Bilder zum Schwingen bringt. Hierzu laden wir Sie nun recht herzlich ein, betrachten Sie die Bilder, kommunizieren Sie mit ihnen und „erwecken“ Sie sie zum Leben. Hierbei wünsche ich Ihnen nun schon mal viel Freude.

Zum Schluss und bevor ich an Winfried Pfeffer weitergebe, jetzt schon einmal mein Dank an ihn und Karin Wierschin vom Tibet Kailash Haus für die wunderbare Zusammenarbeit zur Vorbereitung dieser besonderen Ausstellung, sie hat mir viel Freude bereitet.

© Thomas Menzel 2019

 
Leihgabe vom Tibet Kailash Haus


"Energie Heilend" - 2019 - 100x160 cm - Pigmente, Öle auf Sperrholz


"Sternentor" - 2017 - 100x90 cm Pigmente, Öle auf Sperrrholz


"Sternentor" - 2016 - 100x90 cm Pigmente, Öle auf Sperrrholz


"Lichtsäule" - 2011 - 100x80 cm - Pigmente auf Sperrholz